Dead Ends & Dolci 2025

six dead ends / free route

3.-5. Oktober 2025


420 km / 9000 höhenmeter / 55 h 34 min / 5 checkpoints / 2 Platten /  viel Freude 14.95 km/h (average speed while moving)

Fotos above by Dead Ends & Dolci Foto Crew: @larissa.h @lucaridefree @tobiasschurer

Mein Erfahrungsbericht vom Dead Ends & Dolci 2025:

Donnerstag 2. Oktober: Packen, mit Sack und Pack auf den Zug ins Tessin, zum Start- und Zielgelände, Zelt aufstellen (Bild 1; unterhalb Text), Check-in usw.

Freitag 3. Oktober: Tagwach um 5 Uhr in der Früh: warm anziehen, Zmorgen essen und letzte Sachen packen.

Start ist für alle um 6 Uhr in der Dunkelheit, aber alle mit Velolichtern und Leuchtwesten ausgerüstet. Nun gehts los und das Feld von ca. 40 Frauen und 40 Männern sowie 20 Duos teilt sich in verschiedene Richtungen, denn die Reihenfolge wie die Checkpoints angefahren werden ist egal. Ich fahre Richtung Calancatal: als der erste Aufstieg beginnt ist es bereits hell und die äusserste, warme Kleidungsschicht verschwindet im Rucksack und Lisa Benz aus Bremen (Bild 3). hängt mich erstmal ab. Den ersten Checkpoint "Palazi" erreiche ich um 9 Uhr 30. Es gibt ein erstes Dolci an der Sonne: ein Stück Bündner Nusstorte (das Calancatal gehört zu Graubünden!). Der erste etwas ruppige Trail direkt nach dem Checkpoint wird mir zum Verhängnis (alle anderen fahren auf der Forststrasse), ich habe einen Schleicher und merke weiter unten auf der Strasse (Bild 5), dass ich zuwenig Luft habe. Die Tubeless-Reparatur misslingt, also muss ich einen Schlauch montieren. Kostet natürlich Zeit, aber die habe ich ja (und es ist immernoch sonnig). Der zweite Checkpoint liegt weit im Norden bei der Adulahütte auf 2030 Meter über Meer. Um 12:30 bin ich in Biasca und gönne mir ein Mittagessen und Kafi im Restaurant. Am Luzzonestausee (Bild 6) musste noch ein "Coin" am Ende des Sees abgeholt werden, bevor es zur Adulahütte (Bild 7/8) geht, wo ich ziemlich genau um 18 Uhr ankomme. Bis jetzt lief alles rund. Nach der verdienten Pause mit Dolci nehme ich den Wanderweg direkt runter (mit dem Gravel unfahrbar, das weiss ich, mit dem MTB ist die Route schon höchst anspruchsvoll). Als ich weiter unten wieder auf einen Fahrweg komme, ist es gerade dunkel geworden. Um 20 Uhr bin ich unten im Bleniotal, nun gehts direkt ins Camp, wo mein Zelt für die Übernachtung steht. Mit der Zeit machen sich Verspannungen im Nacken bemerkbar. Das heisst für Tag 2 muss ich mehr Gewicht in die Satteltasche packen und weniger in den Rucksack. 22:10 Ankunft im Camp. Die Organisatoren sorgen für Essen rund um die Uhr, ich kann Duschen, Essen und dann ins Zelt zum schlafen.

Mein Plan für Tag 1 (180 km / 4'000 hm) ist genau aufgegangen, aber vor Tag 2 habe ich Respekt, weil ich heute nicht so gut im Strumpf war, wie ich mir das erhofft hatte. 

Samstag 4. Oktober: Der Plan für heute ist etwa der gleiche wie für Tag 1. Aufstehen, gemütlich Zmorgen essen und dann um 6 Uhr losfahren und die zwei Checkpoints im Sotto-Ceneri ansteuern bevor es für die Übernachtung wieder zurück ins Camp geht. Ich fahre im Dunkeln dem Lago Maggiore entlang Richtung Luino, sobald ich die Grenze nach Italien überquert habe, dämmert es und wird langsam hell. In Maccagno entdecke ich im Vorbeifahren Licht in einer Bäckerei. Ich überlege kurz und kehre um, denn einen Kafi hatte ich noch nicht. Auch das WC ist willkommen und schon bald gehts weiter. Der Anstieg Richtung Monte Lema von der italienischen Seite hat unzählige Serpentinen (Bild 9) und bringt mich zum dritten Checkpoint am Passo Monte Faeta. Nach dem Dolci (Brownie mit Schlagrahm) nehme ich in der Abfahrt wieder einen Trail anstelle der schnelleren Strasse. Und wieder habe ich einen platten Reifen. "Nur nicht aufregen, du wolltest ja Trails fahren." Unten im Tal fahre ich Richtung Ponte Tresa (besonders vorsichtig) nochmals einen Trail. Es ist bereits Mittag und ich fahre auf der Südseite des Lago di Lugano nach Mendrisio (am Abend dann auf der Nordseite zurück Richtung Monte Ceneri). In Mendrisio nehme ich mir wieder eine Auszeit im Restaurant bei Penne Arrabiata und Kafi. Und danach? Geht's voll ab ins Valle Muggio zum vierten Checkpoint bei der Hütte Prabello wiederum an der Grenze (diesmal in Italien). Ich bin "on fire", die Beine sind gut und die Stimmung auch, ich singe "solang ich na, Luft i minere Lunge han, tramp ich na is Pedal, berguf, berguf, ich ha na Schnuf, ich ha na Schnuf." Und so bin ich schon bald auf der Hütte beim nächsten Dolci. Die geplante Abfahrt auf einem Trail durchs Valle Muggio lass ich diesmal (aus Vorsicht) bleiben und fahre auf der italienischen Seite ab, bis ich in Maroggia wieder an den Lago di Lugano komme. Zurück ins Camp gehts fast ausschliesslich flach über den Monte Ceneri. Die Kieswege zehren langsam an den Kräften (auf den Hauptstrassen darf hier nicht gefahren werden) und mein Sitzleder ist unterdessen ziemlich entzündet und rot. Aber auch Tag 2  (170 km / 3'500 hm) schaffe ich gut, ich bin 20:10 zurück im Camp und kann mich dem Duschen, dem Essen und dem Salben meines Allerwertesten widmen. 

Sonntag 5. Oktober: Der Plan geht auf. Für Sonntag ist nur noch der relativ nahe fünfte Checkpoint Corona da Pinci oberhalb von Ascona auf dem Programm (70 km / 1'500 hm). Ich habe beschlossen etwas länger zu schlafen: erst aufzustehen, wenn es hell ist und es Kaffee gibt. Die Crew in der Küche kocht uns Fahrern sogar Rührei (superfein), es gibt Minestrone (mit/ohne Pilze) oder Birchermüesli. Ich nehme es gemütlich, geniesse die Aussicht auf den Monte Tamaro (Bild 10) und mache an der Sitzposition noch ein Feintuning bevor ich losfahre. 5-6 Stunden sollten für den letzten Checkpoint reichen. Das Wetter ist heute superschön und ebenso ist es die Aussicht auf die Brissago-Inseln (Bild 11). Zu Beginn des Aufstiegs ziehe ich endlich die Bikeshorts aus, die ich als Überhosen trage; Und dies nützt für das geschundene Sitzleder am Meisten. Die letzte Kehre vor Corona da Pinci (Bild 12) ist bald erreicht. Oben gönne ich mir eine ausgedehnte Pause (ohne Dolci, es darf auch mal was Salziges sein) und trinke schon mal ein (alkoholfreies) Bier. Um 13:36 bin ich zurück im Camp und im Ziel. Irgendwie ganz unspektakulär. Es war anstrengend, aber ich habe es gut gemeistert und konnte es eigentlich die ganzen drei Tage geniessen. Das Training hat sich definitiv gelohnt, ich bin super fit. Toll war insbesondere, was die Organisatoren hier auf die Beine gestellt haben. Die Stimmung war ziemlich gechillt und richtig cool. Ein grosses Dankeschön an Dominik, Fabian und Stefano (von the cake movement) und all ihren Helferinnen und Helfern in der Küche oder bei den Checkpoints, die Tag und Nacht betreut waren.
Gerne wieder mal.


Das neue KOBA-Gravel (Crosstool) mit geradem Lenker und Triathlon-Aufsatz. Superleichtes Ding!
Das neue KOBA-Gravel (Crosstool) mit geradem Lenker und Triathlon-Aufsatz. Superleichtes Ding!

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30. September 2025

Rückschläge: Eigentlich ist ja lange vieles gut gegangen und ich bin auf gutem Weg wirklich bereit zu sein für das Dead Ends & Dolci. Am Donnerstag werde ich ins Tessin reisen, um am Freitag 6 Uhr morgens in das dreitägige Abenteuer zu starten. Aber auf dem Weg dahin gab es noch den einen oder anderen Rückschlag. 2 Zecken (Ende August und Ende September) > hoffentlich machen die mich nicht krank. Ende August habe ich mit meinem Test-Gravel noch einen Abflug über, nein genauer auf den Lenker gehabt, dabei habe ich mindestens eine starke Rippenprellung davongetragen, die mich beim Velofahren zwar kaum behindert, aber die bei gewissen Bewegungen immer noch schmerzt. Und die letzten 2 Wochen war ich ziemlich erkältet mit Schleim, Husten und laufender Nase. Nicht optimal, aber besser vor dem Event als am Event. Kann man alles wegstecken.

 

Letzten Freitag habe ich meine letzte (Test)-Trainingsfahrt nochmals auf der grossen Juraparkrunde (Gran Fondo; siehe Eintrag vom 29. Juli) gemacht anstelle der eigentlich geplanten 4-Pässe-Fahrt mit 5'000 Höhenmetern. Diese Testfahrt kann noch wichtige Hinweise auf letzte Details der Vorbereitung geben. Alle Einstellungen des neuen Koba-Gravel (Sitzhöhe, Sattel, Reifendruck, Taschen usw.) müssen sitzen. Das Equipment muss stimmen. Die Runde hat mir dazu einige Hinweise gegeben:
Ich fuhr von Untersiggenthal via Villigen über den Rotberg nach Mandach (ein Dach über dem Kopf > ich muss das kleine Zelt noch parat machen, das wird dann im Start/Ziel-Gelände meine Übernachtungsmöglichkeit sein). Weiter via Döttingen (Kling-now lassen wir links liegen; aber es Glöggli am Lenker wär trotzdem na guet!) nach Bad Zurzach (kleines Bad-Tüechli nöd vergesse!), dann über Leibstadt, Wil und Hottwil (vorbei am Gasthof zum Bären > Gummibärli sollten auch mit dabei sein!) Gansingen (brauche ich den iPod oder singe ich selber?), Sulz, Kaisten, Hornussen (Salznüssli müend au uf d'Liste), Zeihen (ich habe jetzt schon kalte Füsse, also unbedingt noch Zeihen-Wärmer organisieren), Densbüren, Wölflinswil, Benkerjoch (wegen den rasenden Töfffahrern auch als Henker-Joch bekannt > besser nichts riskieren), Küttigen, Biberstein (Biberli als Notration? Aber nein, es git ja Dolci a jedem Checkpoint), Auenstein, Veltheim, Schinznach, Umiken, Bözberg (ja Berge chönd bös si, v.a. wenn mer nüme mag, drum underwägs immer gnueg Liquid Gels und Powerdrinks iinä!!), Möhntal (ja än Möhl war jetzt au na fein, aber nur zero Alkohol!), R.E.M.igen (söll ich jetzt dä iPod iipacke oder nöd?), Stilli (Ohr-Pfröpfe für en tüüfä, gsundä Schlaf) bis zrugg uf  Untersiggenthal (total: 135 km und 2750 Höhenmeter in
7 Stund 46 Minuten inkl. Mittagessen im Rest. Rössli).

Ja, ich glaub, jetzt bin i dänn parat!


 

7. September 2025

Den Slow Up Albula habe ich als meinen nächsten Trainings- und Formtesttag ausgewählt. Julian begleitet mich. Wir übernachten bei Freunden in Scharans (bei Thusis), damit wir am Sonntag früh starten können. Morgens um 7 starte ich mit meinem Mountain-Bike und fahre zuerst den Alten Schyn nach Muldain und Tiefencastel. In Bergün treffe ich Julian und die Scharanser Freunde (sie sind mit dem Zug gekommen). Das Wetter ist prächtig, wir fahren auf der Strasse hoch und auf Trails runter. Am Ende des Tages komme ich auf 90 km und 3300 Höhenmeter.

 

Checkpoints am Dead End & Dolci 

Inzwischen sind auch die Checkpoints 2025, die angefahren werden müssen, bekanntgegeben worden. Sie sind kreuz und quer im Tessin verteilt. Start und Ziel sind in der Magadino-Ebene, die 5 Checkpoints sind bei der Adulahütte, Eingangs Calancatal, am Corona di Pinz (oberhalb Ascona) und zwei im Sotto-Ceneri. Die Self-Supported-Regeln sind so angepasst worden, dass man im Start-/Zielgelände zelten und während des Events auch dort übernachten darf.

 

Die Routenplanung

Start ist am Freitag 3. Oktober um 6 Uhr morgens. Mein Ziel ist es bis Sonntag 5. Oktober um 15 Uhr zurück im Ziel zu sein. Dann steigt nämlich die Finisher-Party. Jeder und Jede plant seine Route selber, die 5 Checkpoints können in  beliebiger Reihenfolge angefahren werden. Meine Route steht plus/minus fest, kann aber je nach Wetter angepasst werden. Tag 1 will ich die ersten 2 Checkpoint erreichen und damit rund 180 Kilometer und 4050 Höhenmeter erklimmen. Am Tag 2 sind dann rund 170 Kilometer und 3500 Höhenmeter auf dem Speiseplan (weitere 2 Checkpoints und viele Dolci). Die Planung sieht vor, dass ich jeweils von 6 bis 22 Uhr unterwegs bin. Wenn ich das schaffe, wird Tag 3 mit rund 1400 Höhenmetern vergleichsweise locker. Fahren werde ich mit meinem neuen Gravel-Bike (ein Koba-Crosstool in ähnlicher Konfiguration wie auf dem Link), das diese Woche eintreffen soll. Damit ich es dann noch renntauglich testen kann, habe ich rund 10 Tage vor dem Event nochmals eine Pässefahrt mit 5'000 Höhenmetern geplant (Susten, Grimsel, Nufenen, Gotthard). Ein letzter Härtetest. 


29. Juli 2025
Mit der Zeit ist der Gedanke gereift, dass das Dead Ends & Dolci vermutlich besser mit einem Gravel als mit dem Mountainbike absolviert wird, weshalb ich nun verschiedene Modelle teste. Corinne, eine Freundin, hat mir für ein paar Tag ihr altes Specialized Comp überlassen, mit dem ich die Hausrunde (den Aufstieg ins Steinenbühl) locker im Rekordtempo schaffe. Beim Sportpark Aare-Rhein miete ich ein Rocky Mountain, um damit die Runde GranFondo Jurapaprk (Streckenplan von Silvan Dillier) als Training zu fahren. Am 29. Juli schaffe ich die Runde mit 135 km und 2750 Höhenmetern in 8 Stunden und 1 Minute, bin am Ende aber einigermassen am Ende. 

3.-10. August 2025 

Vom 3.-10. August bin ich 8 Tage mit dem Mountainbike von Andermatt bis Sion unterwegs. Am Sonntag 3.8. fahre ich die pffil-tour Maighelspass mit Hannes. Von Montag bis Donnerstag bin ich mit Albi und Hampi auf Reko-Tour im Goms und vom 8.-10.8. guide ich die pfiil-tour Wallis-Highlights mit drei Gästen (Roberto, Hannes, Ändu). Für mich ist das quasi ein Höhentrainingslager als Vorbereitung auf das DeadEnd Anfang Oktober.

15. August 2025 

Heute steht mein nächster Test an, um meine Trainingsfortschritte aufzuzeigen. Mit Michi Wyder fahren ich mit dem ersten Zug (05:38 ab Baden) nach Göschenen (Ankunft 07:50). Dann gehts auf die Teststrecke mit Ziel in Airolo:
Sustenpass-Grimselpass-Furkapass-Gotthardpass: 135km / 4200 Höhenmeter
Für den Test habe ich das Gravel Crosstool von Koba gemietet. Es ist superleicht und hat eine Mountainbike-Übersetzung mit kleinen Gängen. Mit einer Stunde Vorsprung auf die Marschtabelle erreichen wir den Gotthardpass um genau 18:00 (wobei Michi vom Grimsel nach Oberwald gefahren ist und den Furka ausgelassen respektive untertunnelt hat). Ich bin positiv überrascht, wie locker ich auch nach über 4000 Höhenmeter noch pedaliere, ich hätte glatt noch weiterfahren können.

Test erfolgreich! Nun bin ich echt zuversichtlich, dass ich das DeadEnds & Dolci auch tatsächlich schaffen kann. Die anzufahrenden Checkpoints werden erst Anfang September bekanntgegeben, womit dann meine persönliche Streckenplanung erfolgen kann.

Warnhinweis: da meine Handykamera nicht mehr scharf stellen kann, kann ich nur noch mit der Selfie-Kamera Fotos schiessen!

 

 

 

pfiil beim Projekt auf Insta folgen > QR-Code scannen!
auf Insta gibts auch (Selfie-)Videos von mir mit Kommentaren....


offroad / Gravel / MTB                                   self-supported – Bikepacking

1. Februar 2025
pfiil hat sich wieder mal was vorgenommen und sich im Januar in einer Phase geistiger Umnachtung (oder in Selbstüberschätzung) an das UltraCycling-Event Dead Ends & Dolci angemeldet. Egal, dass ich noch nie eine solch harte Prüfung gemacht habe. Aber wer A sagt, sagt auch B.

Rund 8 Monate Zeit um fit zu werden für den grossen Spass oder je nach Sichtweise die Tortour kreuz und quer durchs Tessin. Nachdem ich 2024 wegen gesundheitlicher Einschränkungen eher weniger fit war, muss ich also 2025 den fittesten pfiil ever hinkriegen. Nur wie schafft man das, wenn man doch schon 53 Jahre auf dem Buckel hat?

Frühling 2025 

Mit Training und Disziplin natürlich und der richtigen mentalen Einstellung. Man muss bereit sein zu leiden, sonst gehts nicht, das ist schon mal klar. Anfang Jahr habe ich begonnen, mir die Härte am Berg anzutrainieren. Meine Trainingsstrecke direkt vor meinem Haus hinauf ins Steinenbühl überwindet 175 Höhenmeter auf 1,65 Kilometern. Ziemlich steil, v.a. wenn man die Runde nicht nur einmal fährt, sondern 4-mal, 6-mal, 8-mal oder gar 10-mal ohne Pause. In zwei Trainingsstunden schaffe ich bereits 1575 Höhenmeter (9 Runden).

Welche Fragen stellen sich bei einem UltraCycling-Event:

 Wie viel muss ich trainieren?

Mein Ziel ist es möglichst ohne Beratung und Trainingsplan zu trainieren, sondern gut auf das Gefühl und den eigenen Körper zu hören. Natürlich lese ich auch, was es beim Training grundsätzlich zu beachten gilt. Rund 80 % der Trainingszeit sollte für lockeres Training aufgewendet werden, nur rund 20 % sollten intensiv sein. Seit Anfang Mai nehme ich an der Aktion "biketowork" teil und fahre rund zweimal pro Woche die ganze Strecke von Untersiggenthal nach Unterentfelden (29 km) mit dem Velo. Hin und zurück sind das immerhin 58 km. Im Juni habe ich begonnen auf dem Hinweg zusätzlich die Staffelegg zu überqueren (+300 Höhenmeter). Das Programm werde ich bis im Oktober durchziehen. Weitere Trainings sind meine ausgeschriebenen Bike-Touren (pfiil-tours) und die Rekognoszierungstouren. Auch im Alltag fahre ich möglichst alle Strecken mit dem Velo. Ab Juli plane ich längere Ausfahrten mit zusätzlichen Höhenmetern als Belastungstests.

 

Wie erhole ich mich richtig?

Je intensiver das Training desto wichtiger ist die Erholung. Damit der Körper richtig regenerieren kann, geht es ab einem gewissen Trainingsumfang wohl nicht mehr ohne Nahrungsergänzungsmittel (Proteine, Vitamine, Salze usw.). Ich habe mich dazu bei Markus Kaufmann von der VitaDrogerie in Baden beraten lassen.

 

Wie viel Kalorien muss ich aufnehmen?

Ich habe mich mein Leben lang noch nie damit auseinandergesetzt, welche Nahrungsmittel wie viel (oder wenig) Kalorien enthalten. Ob es besser ist Kohlenhydrate, Zucker oder Fette zu konsumieren. Vermutlich werde ich während der 3-tägigen Höchstleistung einen beachtlichen Teil der Nahrung auch in Form von Isotonischen Getränken und Liquid Gels aufnehmen müssen, damit der Körper überhaupt genügend Kalorien aufnehmen kann und weniger Energie für die Verdauung benötigt. Die Versorgung mit Gels muss ich auf längeren Trainingseinheiten noch testen, denn die Verträglichkeit vieler Produkte ist sehr individuell. Bei mir zuhause wartet also eine Auswahl verschiedener Produkte darauf verdrückt zu werden.


Welches Bike ist das Richtige?

Diese Frage ist vorerst noch schwierig zu beantworten, weil die Checkpoints, die während dem Event angefahren werde müssen, erst ca. einen Monat davor bekanntgegeben werden. Danach muss man seine Route selber planen. Je nach Route fällt meine Wahl entweder auf mein neues KOBA-Mountainbike oder auf ein Gravel. Nun besitze ich aber gar kein Gravel. Also muss ich in den nächsten Wochen solche Bikes testfahren und anschliessend entscheiden, ob das leichtere und schnellere Gravel genügend Vorteile bringt oder ob der Komfort eines Fully besser abschneidet. Entscheidend wird dabei sein, wie komfortabel die Sitzposition(en) auf dem Velo für einen 3-tägigen Einsatz sind.