22.- 24. Mai 2026
Dieses Jahr habe ich mich in Tschechien für ein 3-tägiges ultra-cycling-event angemeldet. Die Herausforderung von 400 km und 9000 Höhenmetern auf einer
Mountainbike-Runde mit viel Gravel-Anteil und einigen Singletrails liess mich schon früh im Jahr trainieren. Im April habe ich dann die Strecke des Züri-Escape als Training
absolviert. Ich habe die Strecke auf drei Tage, aber verteilt auf drei Wochen absolviert. Der dritte und längste Tag führte mich von Bauma über rund 140 km und 4400
Höhenmeter nach Einsiedeln. Jetzt wusste ich, dass ich für das 400ultra bereit bin. Zwei Tage vor der Abreise habe ich dann noch bei Bikezone einen Triathlon-Lenker-Aufsatz gekauft und
montiert. Das hilft enorm, wenn man bis zu 14 Stunden pro Tag im Sattel sitzt, damit man die Position immer wieder wechseln kann.
Tag 1: Die Anreise mit dem Railjet nach Wien und von dort weiter über Pardubice bis Hradec Kralove beanspruchte den ganzen Donnerstag. Am Freitag musste ich nochmals rund eine Stunde zum Start in Mostek, einem kleinen Kaff, reisen. Um 12:00 mittags gings dann los. Die Routenwahl von Veranstalter Jakub war wirklich ausgezeichnet, fast kein Verkehr und immer schön, durchsetzt mit Trails bergauf (zum Teil schieben) und bergab. Schon bald merkte ich, dass der Dämpfer hinten viel zu wenig Luft drin hatte; bzw. war ich zusammen mit dem ganzen Gepäck zu schwer. Die Dämpferpumpe habe ich aber ziemlich spät noch aus dem Gepäck aussortiert. Zum Glück fand ich dann nach ein paar Stunden Fahrt in Spindlermühle einen Bike-Laden, der mir helfen konnte. Später rasselte ich auf einer Forstweg-Abfahrt in vollem Tempo über einen Welle und der Inhalt meiner Oberrohrtasche (Natel, Powerbank, Multitool) flog in weitem Bogen durch den Wald. Das Display meines Natels war nun leider futsch, was etwas mühsam war, denn ich konnte zum Beispiel meine Hotelbuchungen auf Booking nicht mehr einsehen. Jedenfalls konnte ich ab diesem Zeitpunkt auch keine Fotos mehr schiessen, stattdessen konnte ich mich mehr auf Biken fokussieren. Das Navi war zum Glück nicht betroffen, so dass das Navigieren weiterhin einwandfrei funktionierte. In der Abenddämmerung gabs dann einen genialen Singletrail hinunter Richtung Raspenova, wo ich meine erste Unterkunft gebucht hatte. Mit dem Zimmerbezug klappte es zum Glück, das Abendessen fiel aber mager aus, ich bekam nur noch eine Tiefkühlpizza (natürlich schon heiss gebacken). Die war ganz okay, wählerisch ist man nicht, wenn man hungrig ist.
Tag 2: Ich startete um 6:40 in der Früh, ab ca. 5:30 dämmerte es. Am Abend davor und in der Nacht haben mich alle anderen Teilnehmer/innen, die noch hinter mir waren, überholt. In der nächst grösseren Ortschaft nach ein paar Stunden Fahrt, habe ich dann eine tschechische SIM-Karte organisiert, damit ich mein altes Handy reaktiveren konnte, das ich zur Grobnavigation dabei hatte. So hatte ich wenigstens wieder Daten und Telefonverbindung für den Notfall. Nun gings Richtung Böhmische Schweiz und Deutsche Grenze, auf einem Aussichtsberg habe ich dann in der Hütte richtig gespiesen und viel getrunken. In der Nähe von Jetroviche ging die Route dann für einige Kilometer auf einem Weg, den ich von den Veloferien 2024 kannte, einfach in umgekehrter Richtung. Weitere schöne Trails vor Decin waren zum geniessen, bevor ein letzter brutaler Anstieg an diesem Tag mir einiges abverlangte. Da ich schon vor 18:00 in der Unterkunft ankam, hatte ich genügend Zeit zum einkaufen und essen (und ein bisschen dehnen wegen leichten Krämpfen) und konnte trotzdem früh ins Bett.
Tag 3: Der letzte Tag würde der härteste werden: 140 km und 3600 Höhenmeter waren noch zu bewältigen und die Temperaturen waren mit rund 25 Grad doch eher hoch. Ich hatte ziemlich Respekt und fuhr bei Morgendämmerung um 5:30 los. Zu Beginn gabs nochmals einige steile Anstiege, doch je länger desto schöner wurde die Strecke und weil ich gute Beine hatte, gab mir das einen Sonderboost. Mit der Zeit flog ich fast über die Strassen und Wege, ich fand in den Flow. Genau richtig zur Mittagszeit fand ich ein vietnamesisches Restaurant, das mich wieder mit genügend Energie versorgte inklusive vietnamesischem Kafi. Weil ich gut unterwegs war, rechnete ich mit einer Ankunft im Ziel um 19:00 (rund 2 Stunden früher als ursprünglich berechnet). Die Beine liessen mich nicht im Stich, kein Durchhänger, nichts, es ging einfach wie von selbst. Auch die letzten Stunden schaffte ich mit einem breiten Lächeln im Gesicht, wenn's läuft, gibt einem das soviel positive Energie, es ist der Wahnsinn. Kurz vor dem Ziel musste ich aber zuerst in meiner Unterkunft einchecken, erst danach fuhr ich zurück ins Ziel, wo nur noch wenige Teilnehmer/innen vorzufinden waren. Fast alle waren schon wieder abgereist. Zufrieden und glücklich bekam ich ein Bier (nealkno) und eine kräftigende Gulaschsuppe. Wieder ein Abenteuer geschafft. Und die Erkenntnis, dass ich mit der richtigen Vorbereitung für vieles parat bin und am nächsten Tag noch weiterfahren könnte.....
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pfiil-tours
c/o Gregor Zimmermann
Rütelistrasse 2
CH-5417 Untersiggenthal
